Wie ich dadurch, dass andere an mich glaubten, Depressionen und MS überwand

Erst heute realisiere ich, wie sehr mir der Glaube anderer Menschen an mich dabei half, meine lange Krankheit zu überwinden. Ich danke zutiefst allen jenen, die in den vielen Jahren, als ich das selbst nicht konnte, an mich und mein Ganzsein und meine Gesundheit glaubten. Egal ob sie sichtbar waren oder nicht, ob sie einen […]

Erst heute realisiere ich, wie sehr mir der Glaube anderer Menschen an mich dabei half, meine lange Krankheit zu überwinden.

Ich danke zutiefst allen jenen, die in den vielen Jahren, als ich das selbst nicht konnte, an mich und mein Ganzsein und meine Gesundheit glaubten. Egal ob sie sichtbar waren oder nicht, ob sie einen christlichen Hintergrund hatten, aus östlichen Weisheitslehren kamen, Schüler-Lehrer von Ein Kurs in Wundern waren oder einfach hilfreiche Freigeister.

Ich hatte schon 23 Jahre lang an fortschreitender MS und an wiederkehrenden Depressionen gelitten und um mich fortzubewegen brauchte ich Gehhilfen oder den Rollstuhl. In den letzten Jahren dieser erbärmlichen Phase litt ich außerdem unter chronischer Verstopfung, Inkontinenz, lähmender Müdigkeit und Nervenschmerzen.

Alles in allem fühlte sich diese ganze Situation an wie ein quälend langsamer Sterbeprozess – ich verlor eine Fähigkeit nach der anderen. Oft hatte ich versucht, an meinen Krücken auf hohe Gebäude hinaufzugelangen, um mich von dort hinunterzustürzen und dieses Elend so ein für alle Mal zu beenden. Die Ahnung allerdings, dass sich dadurch kein einziges Problem lösen würde und nur Tränen zurückbleiben würden, hielt mich wieder und wieder davon ab.

Was mich schließlich aus dieser Hölle herauskatapultierte, war, dass ich in einer legendären Nacht diese ganze Sterberei endgültig komplett satt hatte. Das war mein Leben hier und ich wollte es voll und ganz und in Fülle leben und wieder glücklich sein! Zusammen mit anderen!

Was ich am allermeisten satt hatte war diese ständige Angst, die sich mittlerweile auf so viele Lebensbereiche ausgedehnt hatte wie ein übermächtiges Krebsgeschwür. Angst, Angst, Angst, wohin ich in meinem Leben blickte. Vor Allem hatte ich mittlerweile Angst. Angst vor dem Gehen sowieso. Angst, das Falsche zu essen, natürlich auch. Angst vor Rauch, Angst vor Alkohol, Angst vor Tabletten, Angst vor Fleisch, Angst vor Weißbrot, Angst vor meinem Herumgehumpele an zwei Stöcken, Angst vor der Reaktion der Menschen, die mich so sahen, Angst davor hinzufallen, Angst vor dem
Tod, Angst vor dem Leben. Angst vor allem!
Und es war diese von mir höchstpersönlich gehegte und gepflegte und umtuttelte Angst, der ich in dieser Nacht den entscheidenden, terminalen Tritt versetzte. Ich wollte wieder leben und glücklich sein und in Kommunikation. Nicht morgen oder in einer Woche, sondern jetzt auf der Stelle!

Meine Depression war augenblicklich vorbei und meine MS-Symptome begannen nach und nach von mir abzufallen. So viele Fähigkeiten ich über die Jahrzehnte verloren hatte, so viele sind dabei, zu mir zurückzukehren. Und noch viel mehr als das:

Bald wurde erkannt, dass es tief innen diese Lebendige Stille, diesen Lebendigen Frieden gibt, die umso erreichbarer sind, je mehr ich mich zu ihnen hin loslasse. Meiner Erfahrung zufolge kommt alle Genesung und Heilung von dort. Es fühlt sich an wie ein leuchtendes inneres Zuhause, das absolut unerschütterlich ist. Es fühlt sich an wie ein unbegrenztes inneres Reservoir an Heilung und Leben und Freude, das jedem weit offen steht, der willens ist, sich ihm zu öffnen.

Es ist also nur ein Punkt, den ich geändert habe, um dorthin zu gelangen:
Ich wähle Glücklich- und Heil-Sein in dem Moment, in dem etwas Unglückliches in meinem Geist auftaucht. Sei es ein Gefühl von Schuld, ein Gefühl von Ärger, ein Gefühl von Angst oder eines von Schmerz. Allerdings anders als früher, bin ich heute darin sehr entschieden.

Und wann immer sich irgendeine Art von Rückfall ereignet, dauert es nicht lang und ich erinnere mich, das als eine weitere Gelegenheit anzusehen, in unser leuchtendes inneres Zuhause zurückzufinden und mich darin rundherum zu erneuern und zu erholen.

Es ist tatsächlich unser Geist, der bestimmt, wie unser Leben verläuft. Jede Erfahrung – gut oder schlecht – ist nur ein Spiegel, in dem wir etwas über die Einstellungen lernen können, die wir übernommen haben. Und wenn das Bild, das wir in diesem Spiegel sehen, nicht unseren Wünschen entspricht, müssen wir zuallererst unsere Einstellung ändern, damit sich das Gute ereignen kann.

Wenn wir unsere negativen Gedanken über was auch immer loslassen und uns für das Gute entscheiden, wird das Ewig Gute, das dahinter versteckt ist bald aufleuchten, uns genau den richtigen Weg zeigen und uns zu immer größerer Dankbarkeit führen, zu besserem Verstehen, zu tieferer Freude und natürlich zu mehr Gesundheit.

Ich muss mich nur an eines erinnern:
Glücklichsein ist kein flüchtiger Zufall sondern eine Entscheidung!

So wie es schon Einstein sagte:

Alles ist Energie und das ist der ganze Trick.
Gleichen Sie sich der Frequenz der Wirklichkeit an, die Sie wollen,
und Sie können gar nicht anders, als diese Wirklichkeit zu erhalten.
Anders kann es nicht sein.
Das ist nicht Philosophie. Das ist Physik.

Christoph Engen